Longos in der Musik

Daphnis und Chloe als Oper(ette) oder Ballett

Arbeitsblatt (Stand: 26. Januar 2016)

Zweck dieser Liste ist es, Zugänge zu eröffnen, vor allem zu Primärquellen und Sekundärinformationen im Internet. Vollständigkeit wird nicht angestrebt. ‒ Zur antiken Vorlage sei auf den deutschen und den englischen Wikipedia-Artikel hingewiesen. Als weitere Einführung mag auch die hier angefügte kapitelweise Inhaltsangabe dienen.

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Léon Bakst (1866‒1924), Bühnenbild für das dritte Tableau von Maurice Ravels Ballett Daphnis et Chloé, 1912;
Foto aus Wikimedia Commons

Literatur

  • Longos. Hirtengeschichten von Daphnis und Chloe. Griechisch-deutsch. Herausgegeben und übersetzt von Otto Schönberger. Düsseldorf/Zürich 1998 (Sammlung Tusculum). S. 271
  • Richard F. Hardin. Love in a green shade: idyllic romances ancient to modern. Lincoln and London 2000. S. 74
  • Ute Mittelberg. Daphnis et Chloé von Jacques Offenbach: ein Beitrag zur Libretto-Forschung im 19. Jahrhundert. Köln-Rheinkassel 2002 (Beiträge zur Offenbach-Forschung; Bd. 3)
  • Simone Beta. „Le dieu Pan fait pan pan pan de son pied de chèvre: Daphnis and Chloe on the stage at the end of the nineteenth century“. In: Fictional traces: receptions of the ancient novel. Vol. 2. Edited by Marília P. Futre Pinheiro, Stephen J. Harrison. Groningen 2011 (Ancient narrative; Suppl. 14.2). S. 157‒167 (Vergleichende Inhaltsangabe von fünf Libretti)
  • Lisa Sannicandro. „Dafni e Cloe nel balletto del XX e XXI secolo“. In: Christine Walde/Christian Stoffel (Hrsgg.). Caesar’s Salad: Antikerezeption im 20. und 21. Jahrhundert = thersites 1 (2015). S. 156–178 (Analyse von Fokine/Ravels Ballett von 1912 samt zweier neuer Versionen)

Um Verwechslungen zu vermeiden, sei darauf hingewiesen, dass der „bukolischen Tragödie“ Daphne von Richard Strauss (1936/37, Uraufführung 1938) nicht der Roman des Longos, sondern der Mythos von Apollon und der Nymphe Daphne zugrundeliegt, die, von ihm ersehnt und verfolgt, in einen Lorbeerbaum verwandelt wird (Ovid Metamorphosen 1,452‒567); vgl. die Zusammenfassung des Librettos bei Boosey & Hawkes. ‒ Ältere Vertonungen des Daphne-Stoffs von Jacopo Peri (1598, erste Oper), Heinrich Schütz (1627) und Georg Friedrich Händel (1708).
In die Liste nicht mit aufgenommen sind Vertonungen von Gedichten mit dem Namen Chloe im Titel aus dem Rokoko oder der Frühromantik, z. B. Mozart KV 524 auf An Chloe von Johann Georg Jacobi („Wenn die Lieb’ aus deinen blauen / […] Augen sieht“), s. die Noten im IMSLP und Aufnahmen bei YouTube wie die mit Christoph Genz, begleitet von Julius Drake (überspielt 2014). Denn in solchen Gedichten ist von Longos’ Roman kaum mehr als eben dieser Name der weiblichen Hauptfigur „übriggeblieben“ ‒ eine Chiffre bukolischer Liebe.


Komponisten

In chronologischer Ordnung s. unten.

Name und Lebensdaten, originale Gattungsbezeichnung, Name(n) und Lebensdaten des/der Librettisten, Kompositionszeitraum, Opus-Nummer, Uraufführungsdatum, Erstveröffentlichungsjahr (soweit ermittelbar).
Der Werktitel wird nur angegeben, wenn er anders als Daphnis und Chloe bzw. Daphnis et Chloé lautet.

Boismortier

Joseph Bodin de Boismortier (1689‒1755) ‒ Pastorale ‒ Pierre Laujon (1727‒1811) ‒ 1747 ‒ op. 102 ‒ 28.9.1747 ‒ s. d. (1748)

„Daphnis“ als männlichen Titelhelden führen und in enger zeitlicher Nachbarschaft mit Boismortiers Werk entstanden sind:

Wie auch noch das unten genannte Werk von Jean-Jacques Rousseau alles Beispiele einer Gattung, die letztlich aus dem dramma pastorale hervorgegangen ist!

Bossi

Marco Enrico Bossi (1861‒1925) ‒ Pastorale (Dafne e Cloe; Harmonium oder Orgel) ‒ 1921 ‒ op. 142, Nr. 8 bzw. 2

  • MGG2 Personenteil Bd. 3 (2000), Sp. 485‒487 (Percy M. Young)
  • Wikipedia zur Person: deutsch, italienisch, englisch
  • Edition einer von Bossi selbst erstellten Fassung für Orgel (mit der Zählung „op. 142 n. 2“, datiert: „Maggio 1921“) in:
    Marco Enrico Bossi. Opera omnia per organo. A cura di Andrea Macinanti … Vol. 5. Bergamo 2007. S. 276‒283 (Angaben zur Entstehung und Daten zu Bossis Handschrift sowie zu einer schwedischen Druckplatte S. 78).
    Von dieser Gesamtausgabe sind bisher sechs Bände erschienen (2002‒2009). In Vol. 7 sollen die Werke für Harmonium folgen.
  • Sekundärliteratur:
    1. Federico Mompellio. Marco Enrico Bossi. Milano 1952. S. 205 und 238 über die Fassung für Harmonium (op. 142,8)
    2. Ennio Cominetti. Marco Enrico Bossi. Roma 1999 (Le biografie; 4). S. 115 und 166 dto. (op. 142,h)
    3. Eva und Marco Brandazza. „Der Orgelkomponist und Orgelvirtuose Marco Enrico Bossi (1861‒1925): Streiflichter auf das Orgelwerk“. In: Musik und Gottesdienst Jg. 62 (2008). S. 196‒213 [op. 142 nicht erwähnt]
  • Aufnahme der Fassung für Orgel mit Andrea Macinanti bei YouTube (überspielt 2010)

Ohne den Titel zu kennen wird kaum ein Hörer bei diesem Werk einen Bezug zu dem antiken Roman herstellen. Wahrscheinlich soll der erste ruhigere Teil („Moderato“) Liebessehnsucht und der zweite leidenschaftliche („Allegro“ ab T. 42) Liebesüberschwang zum Ausdruck bringen. Merkwürdig dann der wieder ruhige kurze Schluss („Assai più calmo“ ab T. 114 mit Register „Solo Oboe“), dem Bossi in seiner Handschrift Worte aus einer Frottola beigefügt hat: „Forse che sì, forse che no.“

Brahms

Johannes Brahms (1833‒1897) ‒ Canons für Frauenstimmen, No 6 („a 4“) ‒ August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798‒1874) ‒ 1891? ‒ op. 113 ‒ 1891

  • Noten im IMSLP, hier Breitkopf & Härtel, S. 4/5
  • Aufführung von Hominum Osor bei YouTube (überspielt 2015): „Johannes Brahms ‒ 13 Canons Part 1“, ab Minute 8:16

Hoffmann von Fallerslebens kleines Gedicht („So lange Schönheit wird bestehn, / so lang’ auf Erden Augen sehn, / wirst du der Liebe nicht entgehn.“), das Brahms mit diesem Kanon vertont hat, ist eine freie Wiedergabe des vorletzten Satzes von Longos’ Vorrede zu seinem Roman (§ 4).

Büsser

Henri Büsser (1872‒1973) ‒ Pastorale en un acte ‒ Charles Raffalli ‒ ca. 1896 ‒ 17.12.1897 Paris ‒ 1897

  • Wikipedia deutsch und französisch (zur Person)
  • Daphnis et Chloé. Pastorale en un acte. Poëme de Charles Raffali. Musique de Henri Busser. Partition, chant et piano. Paris: Léon Grus, 1897. 103 S. (IMSLP)
  • Handlungszusammenfassung nach Beta:
    Einfache Handlung ähnlich wie bei Le Borne, aber eine Person mehr: Daphnis, Chloé, Lycénion und Chromis, dazu die Nymphen; Schauplatz Lesbos, bei Mytilene. Chromis singt das Lied von Syrinx. Chloé tritt auf und schläft bald ein. Daphnis kommt und küsst sie im Schlaf. Sie sagt seinen Namen. Nun tritt Lycénion auf und will Daphnis verführen. Daphnis geht nicht darauf ein. Aber sie sagt, dass sie die geheimen Künste der Liebe kenne und lädt ihn ein, mit ihr in den Wald zu gehen. Er tut’s (wie im Roman). Chloé wacht auf und erzählt Chromis, der alles gesehen hat, über einen Traum, den sie gerade geträumt habe: ein geflügelter Junge mit Pfeil und Bogen und dem Gesicht von Daphnis. Chromis tut die Sache leid, für sie und sich. Dann kommen die beiden anderen zurück, und Daphnis und Chloé singen von ewiger Liebe. Nymphentanz.

Čajkovskij

Pëtr Il’ič Čajkovskij (1840‒1893) ‒ Intermedija (Pastoral’) „Iskrennost’ pastuški“ (Intermezzo „Die aufrichtige Schäferin“) der Oper Pikovaja dama (Pique Dame) ‒ Modest Il’ič Čajkovskij (1850‒1916) ‒ 1890 ‒ 19.12.1890 St. Petersburg
Nr. 14 im zweiten Akt. Die russischen Namen der hier Chloe und Daphnis darstellenden Figuren: Prilepa (Sopran) und Milovzor (Alt).
Mit diesem Intermezzo referieren das Libretto und die Musik der Pique Dame auf die unter Boismortier genannte Rokoko-Gattung einer bukolischen Oper.

Casirola

Angelo Casirola (18..‒1913) ‒ Opérette en un acte ‒ Félix Lebrun, A. Gramet (18..‒1964), Larsonneur ‒ 1894

  • Einträge im Katalog der Bibliothèque Nationale de France, Paris, und im WorldCat (Klavierpartitur)
  • Handlungszusammenfassung nach Beta:
    Ein frischverheiratetes junges Paar (19/16) vornehmer Eltern aus Paris wird auf Hochzeitsreise in ein Dorf geschickt. Die beiden wissen nichts von ihren „ehelichen Pflichten“. Der Vater des jungen Mannes bittet den Bürgermeister des Dorfs, eine Frau zu suchen, die den jungen Mann darin einweisen könne; die junge Frau ist nämlich in einem Kloster aufgewachsen. Der Bürgermeister (und sein Sekretär) nehmen sich der Aufgabe an, obwohl sie sich lieber selbst um die junge Frau kümmern würden, und finden zwei Damen, die ihrer Meinung nach in Frage kommen. Eine wird gewählt, die andere, um sich zu rächen (es entgeht ihr die hohe Belohnung), berichtet dem gerade zufällig von seiner Arbeit bei der Königlichen Polizei in Paris heimgekehrten Mann jener siegreichen Konkurrentin von der ganzen Sache, was ihn dazu veranlasst, sich nun seinerseits der jungen Frau anzunehmen. Er spricht mit ihr über die Liebe, und sie fragt, was Liebe sei; er will es ihr zeigen und geht mit ihr in denselben Wald, in dem seine Frau mit dem jungen Mann weilt. Die beiden Paare kehren zurück, und der Bürgermeister will den „Lehrmeister“ der jungen Frau ins Gefängnis werfen, aber der junge Mann verhindert es unter Verweis auf die Regel: Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu. Die beiden Neuvermählten setzen ihre Hochzeitsreise im Lichte des Erlernten fort, und die Autoren lassen den jungen Mann in der Schlussarie singen (Übersetzung von Beta, S. 166): „The story of Daphnis and Chloe comes from the famous Longus, a Greek author that, in his rotten book, tells the story in details and without circumlocution. In our very prudish century, the translators had to speed up, because otherwise the censor’s scissors might have cut everything.“

Gluck

Christoph Willibald Gluck (1714‒1787) ‒ Opéra comique (Cythère assiégée) ‒ Charles Simon Favart (1710−1792) ‒ WotG, 1A.26 und 43 ‒ 1759 Wien und 1775 Paris

  • Wikipedia (zur Person)
  • Alfred Wotquenne. Catalogue thématique des œuvres de Chr. W. v. Gluck. Hildesheim, Zürich, New York 1983 [2. unveränderte Nachdruckauflage der Ausgabe Leipzig 1904]. S. 65‒68 und 122‒128
  • Weitere Einträge im Répertoire international des sources musicales (RISM), zur ersten Version von 1759 (Klavierpartitur),
  • sowie im Werkverzeichnis der Forschungsstelle der Gluck-Gesamtausgabe Salzburg, „Bühnenwerke / Opern“
  • Klavierpartitur im IMSLP (Titel Die Maienkönigin, freie deutsche Bearbeitung der Vorlage von Favart durch Max Kalbeck, Arrangement der gluckschen Musik durch Johann Nepomuk Fuchs)

Die Namen der Hauptpersonen schreiben sich nach Wotquenne in beiden Versionen „Daphné“ und „Chloé“, nach RISM (in der ersten) aber „Daphne“ und „Cloe“.

Hansen

Nicolaj Hansen (1855‒1932) ‒ Operette i 1 Akt (Dafnis og Chloe) ‒ Marer, Johannes (1861‒1922) ‒ 1905

  • Wikipedia dänisch (zur Person)
  • Katalogeinträge der Kongelige Bibliotek in Kopenhagen mit detaillierten Angaben, z. B. über die Orchesterbesetzung (Partitur und Klavierpartitur)
  • Aufführungsdaten von zwei Spielstätten aus den Jahren 1905 und 1906 in den Danske litteraturpriser von Niels Jensen

Le Borne

Fernand Le Borne (1862‒1929) ‒ Drame pastoral ‒ Paul Berlier ‒ 1885? ‒ op. 14 ‒ 10.5.1885 Brüssel ‒ 1893

  • Wikipedia deutsch (zur Person)
  • Eintrag im Katalog der Bibliothèque Nationale de France, Paris
  • Klavierpartitur im IMSLP
  • Handlungszusammenfassung nach Beta:
    Handlung sehr einfach, nur drei Personen: Daphnis, Chloé und Dorkōn. Schauplatz Lesbos. Dorkōn ist traurig, weil Chloé ihn verschmäht. Chloé fragt sich, was ist Liebe, dann schläft sie. Daphnis weckt sie durch seinen Gesang, sie fragt ihn, er antwortet, Liebe sei die höchste Vereinigung, sie küssen sich, Dorkōn versucht, Daphnis abzudrängen, wird aber von anderen Hirten zurückgetrieben; Daphnis fragt Chloé, ob sie ihn heiraten wolle, glücklicher Schluss.

Liuzzi

Fernando Liuzzi (1884‒1940) ‒ Favola pastorale (Dafni e Cloe) ‒ Ercole Luigi Morselli (1882‒1921) ‒ 1922/1923 (Libretto)
Kompositionsvorhaben Liuzzis offenbar nicht ausgeführt

  • Wikipedia italienisch: Liuzzi
  • Wikipedia italienisch: Morselli
  • Fernando Liuzzi. „Dafni e Cloe: favola pastorale; da un Mistero di Maggio inedito di Ercole Luigi Morselli“. In: Nuova antologia: rivista di lettere, scienze ed arti Anno 58, Fascicolo 1219, 1o Gennaio 1923, S. 12‒31 [„Atto primo“]; Fascicolo 1220, 16 Gennaio 1923, S. 133‒144 [„Atto secondo“]; Fascicolo 1221, 1o Febbraio 1923, S. 225‒234 [„Atto terzo“]
    Anmerkung Fasc. 1219, S. 12 unten:
    „N. B. ‒ L’idea di trarre una favola pastorale per musica [Hervorhebung von mir] dal romanzo di Longo, fu suggerita, a me musicista, da Guido Manacorda. L’amico indimenticabile E. L. Morselli, col fervido entusiasmo della sua anima di poeta, si assunse il còmpito: sventuratamente la morte acerba non gli permise di condurre a termine il lavoro. Sulla la traccia da lui lasciata (nella quale il primo atto è totalmente in prosa, mentre il secondo e il terzo, rimasti allo stato di abbozzo, sono commisti di prosa e di versi brevissimi) io ho condotto la presente redazione, non discostandomi che raramente, e solo quando me ne fu manifesta la necessità, dalla vicenda scenica ch’egli aveva immaginata. F. L.“
  • Vgl. den Eintrag im WorldCat sowie den Morselli-Artikel im Dizionario biografico, Abs. 19:
    „In una rassegnazione calma, senza sgomento, Morselli riscrisse interamente La prigione, lavorando al contempo al Glauco e a Dafni e Cloe (favola pastorale, rimasta incompiuta e pubbl. da Fernando Liuzzi in Nuova Antologia […]).“
  • Sekundärliteratur:
    1. Ernst T. Ferand. „In memoriam: Fernando Liuzzi (b. December 19, 1884‒d. October 6, 1940)“. In: The musical quarterly Vol. 28 (1942), S. 494‒504; Dafni e Cloe in der „Selected list of works“ S. 504 unter „Poetry“
    2. Vasili Bertoloni Meli. Lucia Ferrati. Ercole Luigi Morselli: vita e opera. Scandicci: La Nuova Italia, 1993. (Biblioteca di cultura; 189)
      Über Dafni e Cloe S. 289; 365‒376 (mit Textvergleichen der Fassungen von Morselli und Liuzzi) ‒ S. 365, Anm. 2: „F. Liuzzi (Senigallia 1884‒Firenze 1940), compositore [Hervorhebung von mir] e musicologo, insegnante di storia della musica presso l’Università di Firenze.“

Maréchal

Henri Maréchal (1842‒1924) ‒ Pastorale lyrique en 2 actes ‒ Jules Barbier (1825‒1901), Pierre Barbier (1854‒?) ‒ 1895? ‒ 8.11.1899 Paris (en 3 actes) ‒ 1895

  • Wikipedia deutsch (zur Person)
  • Katalogeintrag der University of Rochester (Klavierpartitur)
  • Klavierpartitur im IMSLP
  • Handlungszusammenfassung nach Beta:
    Näher an Longos als Offenbach, Le Borne und Büsser. Aber „interpretierende“ Veränderungen. Schauplatz Lesbos. 6 Personen. Am Anfang erzählt die Nymphe Écho ihren Schwestern die Geschichte von den ausgesetzten Kindern Daphnis und Chloé. (Myrtale hier Mutter der Chloé.) Dann sieht man die beiden: Chloé bastelt einen Zikadenkäfig, Daphnis eine Pfeife für Chloé. Philétas kommt und erzählt vom Erosknaben in seinem Garten. Gespräch über die Liebe. Dann tritt Dryas hinzu und berichtet von einem Piratenüberfall. Er geht mit Daphnis fort. Daphnis kehrt verwundet zurück, Écho pflegt ihn und küsst ihn. Dann kommt Chloé, Daphnis vergisst, was geschehen ist, Liebesduett. Zweiter Akt: Winter (bei Longos im dritten Buch). Philétas fragt Chloés Pflegeeltern (als Vermittler?), ob sie damit einverstanden seien, dass Chloé und Daphnis heiraten. Sie lehnen zunächst ab, Daphnis sei zu arm, aber als ihnen Philétas eine höhere Summe Geldes anbietet, geben sie ihr Plazet; sie gehen zu Philétas mit und empfangen das Geld. Daphnis kommt in der Zwischenzeit. Später bittet Dryas Daphnis, Syrinx zu spielen, als Belohnung erhält er Chloés Hand. Er übernachtet in Dryas‘ Haus, in einem anderen Zimmer als Chloé. Écho kommt. Sie warnt Daphnis vor falschen Versprechungen des Dryas und lädt ihn ein, mit ihr zu gehen, damit sie ihn über dessen Lügen aufkläre. Dritter Akt: Garten des Dionysophane, der Winter ist zu Ende. Daphnis tut es leid, dass er Chloé mit Écho betrogen hat. Chloé hat davon gehört und ist verärgert. Daphnis bittet um Verzeihung, sie verzeiht. Dryas und Myrtale kommen, um zu sagen, dass sie ihre Meinung geändert haben: Philétas soll Chloé heiraten (er hat ihnen Geld gegeben). Philétas will sie aber gar nicht heiraten, sondern wünscht sie sich als Tochter. Er sei der Vater und im Übrigen kein Rinderhirt, sondern der Gott Pan. Komödienschluss.

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Nacke

Ewald Nacke ‒ Lyrische Oper in drei Akten ‒ 1912? ‒ 1913

Katalogeintrag der Staatsbibliothek Berlin:

  • Ewald Nacke. Daphnis und Chloe: ein Hirtenidyll für Gesang. In drei Teilen. [Lyrische Oper in drei Akten]. Bremen: Selbstverlag, 1912 [erschienen 1913]. [12 Bl.]
    Handschriftenabteilung / Gerhart-Hauptmann-Bibliothek, Potsdamer Str., Signatur: 975364

Im Bestand dieser Bibliothek befinden sich auch die folgenden Werke von (Hermann Otto) Ewald Nacke:

  • Philosophische Aphorismen, Bremen: Melchers, 1913 (Nebentitel: Tat tvam asi),
  • das „symbolische Weihespiel“ Tod und Erlösung, Bremen: Hauschild, 1914
  • und der „Tendenzroman“ Genie und Sensation: die Geschichte zweier Geisteskinder, als Ms. gedr., Berlin 1917 (mit „Notenbeisp.“).

Aus einer E-Mail-Mitteilung von Bibliotheksamtsrätin Dorothea Barfknecht (Staatsbibliothek Berlin) vom 13. Februar 2013:
„Ewald Nacke ist mit Hermann Otto Ewald Nacke identisch, dem Verfasser von Genie und Sensation, Tod und Erlösung etc.: am Ende von Genie und Sensation werden ‚Werke vom selben Verfasser‘ aufgezählt, darunter Daphnis und Chloe. Das auf S. 95 befindliche Notenbeispiel bezieht sich […] auf Daphnis und Chloe.“ Daphnis und Chloe sei keine Partitur, sondern ein Textbuch. Es enthalte nur ein „kleines Notenbeispiel“, nämlich „2 Takte für die Schalmei mit der Tempobezeichnung Andante cantabile“.
Es muss daneben aber auch eine Partitur geben oder gegeben haben, denn sonst hätte es nicht zu der Aufführung kommen können, von der in Deutsches Volkstum: Monatsschrift für deutsches Geistesleben Bd. 15 (1913), S. 386, die Rede ist:
„Hamburg. Im Wandsbeker Freilichttheater fand die einaktige [!] Oper Daphnis und Chloe von Ewald Nacke, dank melodischer Zartheit und volkstümlicher Innigkeit, eine leidlich freundliche Aufnahme.“ Inhaltlich übereinstimmende Notiz in Allgemeine Rundschau Jg. 10 (1913), S. 586. [Ergebnisse einer Titelanfrage mit „Ewald Nacke“ bei google books]
Dass er als Komponist gewirkt hat, belegen im Übrigen zwei Werke (mit Opus-Zahlen!), die in der Musikabteilung der Berliner Staatsbibliothek vorhanden sind, nämlich Sechs Klavierstücke op. 16 sowie Sechs Gesänge mit Klavierbegleitung op. 20, beide aus dem Jahre 1913 (Katalogeinträge der SB).
In Kalliope, dem deutschen Verbundkatalog der Nachlässe und Autographen, ist ein Brief von ihm an Rudolf Presber aus Berlin vom 21.12.1932 verzeichnet (UB Frankfurt).

Offenbach

Jacques Offenbach (1819‒1880) ‒ Opéra-bouffe en un acte ‒ Louis Clairville (1811‒1879), Jules Cordier (1801‒1859) ‒ 1860 ‒ 27.3.1860 Paris ‒ 1860

  • Wikipedia englisch (zum Werk); dort auch Abbildung einer Darstellung von Johann Nestroy als Pan in einer Aufführung von 1870
  • vgl. auch den deutschen über die antike Vorlage, hier: „Moderne Adaptionen“.
  • Daphnis und Chloë. Von Jacques Offenbach. Text von Clairville und Jules Cordier. Deutsch von Ferdinand Gumbert. Vollständiger Klavier-Auszug mit deutschem und französischem Text. Bearbeitung von Bernhard Wolff. Berlin: Ed. Bote & G. Bock, [ca. 1920] (Bibliothek einaktiger Operetten in vollständigen Klavier-Auszügen) (IMSLP)
  • Französischer Text in der Wikisource
  • Deutscher Text nach Johann Nestroy bei Ute Mittelberg, Daphnis et Chloé von Jacques Offenbach, Köln-Rheinkassel 2002, S. 345‒364
  • Handlungszusammenfassung nach Beta:
    Schauplatz: Arkadien. Figuren: Daphnis und Chloé, Pan, 7 Bacchantinnen, die in Daphnis verliebt sind. Pan „Rivale“ des Daphnis.
    Auf Vorschlag der Calisto wollen die Bacchantinnen Daphnis Wasser aus dem Fluss Lethe trinken lassen. Da tritt Pan auf, und sie rennen fort. Daphnis lässt die Flasche fallen. Chloé betritt die Bühne, traurig, weil Daphnis fort ist. Pan erklärt ihr: Du bist traurig, weil du liebst. Chloé weiß nicht, was Liebe ist. Pan will es ihr zeigen und fängt an, sie zu verführen. Er küsst sie, und zuerst schrickt sie zurück, aber dann will sie doch „weitermachen“, um es zu lernen; aber Pan trinkt von dem Wasser in der Flasche, weil er denkt, es sei Wein (es waren ja die Bacchantinnen, die es herbeigeschafft hatten), und vergisst alles! Daphnis kommt zurück und ruft: Das Gefühl, das wir für eine Krankheit hielten, ist in Wahrheit die Liebe! Panhymnus mit allen zum Schluss.
  • Aufnahme mit dem Orchester des Frankfurter Rundfunks unter Leitung von Kurt Schröder aus dem Jahre 1949 in deutscher Sprache, Audio-CD, Cantus Classics ©2008 (DNB)

Jules Cordier ist übrigens Künstlername, wirklicher Name des zweiten Librettisten: Éléonore Tenaille de Vaulabelle. ‒ Der Text von Clairville und Jules Cordier war bereits 1849 im Théâtre des Vaudevilles in Paris aufgeführt worden (als Vaudeville). Geradezu prophetisch schreibt Giacomo Meyerbeer in seinem Tagebuch vom 1. Dezember 1849: „Im Vaudeville Daphnis & Chloe, sehr erotisches, aber hübsches Vaudeville. Vielleicht ein Stoff für die Komische Oper.“ (G. M. Briefwechsel und Tagebücher. Herausgegeben und kommentiert von Sabine Henze-Döhring. Bd. 5: 1849-1852. Berlin, New York 1999. S. 119)

Papaioannou

Giannis Papaioannou Iōannēs Papaiōannu (1910‒1989) ‒ Daphnis kai Chloē (Chor und Orchester/Pianoforte) ‒ Giorgios Drosinis Geōrgios Drosinēs (1859‒1951) ‒ 1933 ‒ 17.5.1934 (Theater Olympia in Athen)

  • Angaben nach Katalogeintrag der Megalē Musikē Bibliothēkē tēs Ellados „Lilian Budurē“, Athen.
  • Zur Person des Komponisten s. die biographischen Angaben der gerade erwähnten griechischen Musikbibliothek und den englischen Wikipedia-Artikel.
  • Erwähnung des Werks auch in Nick Strimple, Choral music in the twentieth century, Pompton Plains N. J., 2005 [= Paperback edition; „originally published in hardcover … 2002“], S. 175.

Ravel

Maurice Ravel (1875‒1937) ‒ Ballet en un acte ‒ Michel Fokine (1880‒1942) ‒ 1909‒1912 ‒ 8.6.1912 Paris ‒ 1913

  • Über das Ballett ‒ seine Entstehung, die Mitwirkenden der Uraufführung usw. ‒ unterrichten kurz z. B. der französische und der englische Wikipedia-Artikel,
  • vgl. auch den deutschen über die antike Vorlage, hier: „Moderne Adaptionen“.
  • Gesamtpartitur:
    Maurice Ravel. Daphnis and Chloe: in full score. New York: Dover, 1989. 308+G S. [„Republication“ von: Daphnis et Chloé. Ballet en un acte de Michel Fokine. Musique de Maurice Ravel. Paris: Durand, 1913] (IMSLP)
  • Klavierauszug mit Chorpartitur:
    Daphnis et Chloé. Ballet en 3 parties de Michel Fokine. Musique de Maurice Ravel. Partition pour le piano, réduite par l’auteur. Paris: Durand, ©1910 (IMSLP)
  • Libretto französisch:
    Michel Fokine. Daphnis et Chloé. Ballet en 3 tableaux de Michel Fokine. Musique de Maurice Ravel. Paris: Durand, 1912. 32 S.
    Vgl. Eintrag im Katalog der Bibliothèque Nationale de France, Paris, mit Erscheinungsjahr 1934.
  • Libretto zweisprachig französisch und deutsch, mit Partiturziffern und Vergleichsstellen im Roman
  • Handlungsverlauf des Romans mit Entsprechungen bei Fokine/Ravel
  • Handlungsverlauf des Balletts, von Philippe Gorlier
  • Video einer Aufführung des Balletts in der Choreographie von Frederick Ashton, London 1951, bei YouTube
  • Über eine Neueinstudierung des Balletts unterrichtet das „Programmbuch“ zu einer Premiere des Bayerischen Staatsballetts vom 21. November 2010 im Nationaltheater München, Titel:
    Mein Ravel. Uraufführungen von Jörg Mannes und Terence Kohler: Wohin er auch blickt … [und] Daphnis und Chloé.
    Dem ersten Teil des Abends (Choreographie: Jörg Mannes) lagen ebenfalls Werke Ravels zugrunde, nämlich Une barque sur l’océan, Klavierkonzert für die linke Hand und Pavane pour une infante défunte. Die Hauptrollen der als zweiter Teil folgenden Einstudierung von Daphnis et Chloé in der Choreographie von Terence Kohler tanzten Giuliana Bottino und Karen Azatyan. Die musikalische Leitung hatte Kent Nagano, Bühnenbild und Kostüme: Jordi Roig. – Vgl. die Excerpts dieser Einstudierung bei YouTube!
  • Ravels Musik wird im Konzert selten vollständig gespielt, von den Berliner Philharmonikern zuletzt am 16. Juni 2012 unter der Leitung Yannick Nézet-Séguins, Video in der Digital Concert Hall der Berliner (kostenpflichtig).
  • Ein besonderer Höhepunkt des Balletts ist das „Stück im Stück“ im dritten Tableau, Ziffer 170‒188, in dem Daphnis und Chloé den Mythos vom Hirtengott Pan und der Nymphe Syrinx spielen, d. h. tanzen (im Roman Buch 2, Kapitel 37, vgl. Kapitel 34). Hier wird die Musik sich selbst zum Thema, denn es geht ja um die Erfindung des nach der Nymphe benannten Instruments, d. h. seiner Konstruktion aus Halmen des Schilfs, in das sie vor dem zudringlichen Gott geflohen war: Daphnis spielt dann darauf (in der Rolle des Gottes), und Chloé „figure, par sa dance, les accents de la flûte” (Ziffer 176).
    Dieses Querflötensolo, dem eine Pikkoloflöte beigesellt ist, um gemeinsam Effekte der Syrinx = Panflöte zu simulieren, kann auch einzeln bei YouTube aufgerufen werden, und zwar in Darbietung von Emmanuel Pahud (aus einem anderen Konzert der Berliner Philharmoniker) oder etwa von Francesco Loi mit dem Orchestra del Teatro Carlo Felice di Genova u. a.
    In diesem Zusammenhang sei an die berühmte Syrinx für Flöte solo von Ravels Komponistenkollegen Claude Debussy aus dem Jahre 1913 erinnert (IMSLP), Aufnahmen z. B. auch wieder mit Emmanuel Pahud u. a. bei YouTube.

Bakst_Daphnis_et_Chloe_Set_Act_II_1912

Léon Bakst (1866‒1924), Bühnenbild für das erste Tableau von Daphnis et Chloé, 1912; Foto aus Wikipedia

Ricci Signorini

Antonio Ricci Signorini (1867‒1965) ‒ Poema musicale per grande orchestra (Gli amori pastorali di Dafni e Cloe) ‒ (Annibal Caro) ‒ 1911

Es handelt sich also offenbar um eine symphonische Dichtung, für die die in dieser Titelaufnahme genannte 1537‒1539 entstandene Übersetzung von Annibal(e) Caro (1507‒1566) lediglich die literarische Folie bildete.

Rousseau

Jean-Jacques Rousseau (1712‒1778) ‒ Pastorale en deux actes (Fragment) ‒ Olivier de Corancez (1774‒1776) ‒ (6.8.2003) ‒ 1779

Scott

Cyril Meir Scott (1879‒1970) ‒ Daphnis and Chloe (Gesang und Klavier) ‒ Selwyn Image (1849‒1930) ‒ ca. 1900? ‒ op. 9 – 1904
Text: „Amantium irae“, in: S. I., Poems and carols, London 1894, S. 20 (Titel Anfang von Terenz Andria 555: amantium irae amoris integratio est.)

  • MGG2 Personenteil Bd. 15 (2006), Sp. 467‒469 (Jürgen Schaarwächter)
  • Wikipedia englisch und deutsch (zur Person)
  • Laurie J. Sampsel. Cyril Scott: a bio-bibliography. Westport, Connecticut; London 2000 (Bio-bibliographies in music; No. 79).
    S. 38, W 93
  • Cyril‒Scott‒Seite mit Werkverzeichnis, hier unter „Songs
  • Katalogeinträge der British Library und im WorldCat

Skasa-Weiß

Eugen Skasa-Weiß (1905‒1977) ‒ Komödie mit einem Vorspiel und drei Bildern (Manuskript)

  • Wikipedia („Schriftsteller und Journalist“)
  • Nachweis im Verbundkatalog Nachlässe und Autographen Kalliope, Sucheinstieg Autographen: ohne Jahr; „83 S. T[ypo]s[kript] m[it] h[and]s[chriftlichen] Korr[ekturen] u[nd] Einf[ührung], 64 S. T[ypo]s[kript] m[it] h[and]s[chriftlichen] Korr[ekturen] u[nd] Einf[ührung]“ ‒ Besitzende Institution: Münchner Stadtbibliothek / Monacensia, Signatur: ESW M 454
  • In den Monacensia, dem Städtischen Literaturarchiv München, befindet sich der gesamte Nachlass von Eugen Skasa-Weiß, s. den Eintrag im Literaturportal Bayern.

Spies

Leo Spies (1899‒1965) ‒ Pastorale (Ballett) ‒ Tatjana Gsovsky, Ballettmeisterin (1901‒1993) ‒ 1942 ‒ 1942 Leipzig

  • MGG2 Personenteil Bd. 15 (2006), Sp. 1180‒1181 (Maren Köster)
  • Wikipedia (zur Person)
  • Tatjana Gsovsky, unter „Kriegs- und Nachkriegszeit“
  • Werkverzeichnis:
    „Vorläufiges Verzeichnis der Kompositionen von Leo Spies“. Als Manuskript gedruckt. Veröffentlichung der Deutschen Akademie der Künste zu Berlin, Sektion Musik. Zusammengestellt von Günter Hofmeyer. Stand vom 31.12.1965. Berlin: Deutsche Akademie der Künste, 1966. Nr. 42/3, S. 18
    Zum Eintrag der Kammermusikfassung in diesem Verzeichnis als Untertitel in spitzen Klammern hinzugefügt: „Daphnis und Chloe“.

Terzakis

Dimitri Terzakis Dēmētrēs Terzakēs (1938‒) ‒ (Sopran/Viola) ‒ 1993‒1994 ‒ 1996

  • Wikipedia (zur Person)
  • Dimitri Terzakis. Daphnis und Chloe (1993/94). Nach der altgriechischen Erzählung von Longos. Für Sopran und Viola. Partitur. EG 492. Bad Schwalbach: Edition Gravis, 1996. 24 S. (DNB)
  • Aufführungen mit Hélène Lindqvist (Sopran) und Vanja Tantikova (Viola) auf Audio-CD (mit weiteren Werken von Terzakis), col legno ©2004 (DNB),
  • sowie mit Hanna Kersten (Sopran) und Rafael Roth (Viola) bei YouTube (überspielt 2010): Teil I und Teil II

Die vom Sopran vor T. 1, 10, 40, 72, 116, 147, 260, 319 zu sprechenden „Bühnenanweisungen“ und die Gesangspartien halten sich eng an den Roman, allerdings begrenzt auf wenige zentrale Szenen. Die Gesangspartien sind überwiegend narrativ, wörtliche Reden nur T. 73‒101 (Chloe), T. 108‒115 (Daphnis), T. 148‒177 (Duett Chloe und Daphnis), T. 268‒278 (Lykainion).

Nach dem Jahr der Uraufführung

Boismortier (1747), Gluck (1759), Rousseau (1779),
Offenbach (1860), Le Borne (1885), Čajkovskij (1890), Brahms (1891), Casirola (1894), Büsser (1897), Maréchal (1899),
Scott (ca. 1900), Hansen (1905), Ricci Signorini (1911), Ravel (1912), Nacke (1913), Bossi (1921), Liuzzi (1922/1923),
Papaioannou (1934), Spies (1942), Skasa-Weiß (?), Terzakis (1996)
Die Werke von Brahms, Scott, Ricci Signorini, Bossi, Papaioannou und Terzakis sind nicht für die Bühne bestimmt, das von Skasa-Weiß entbehrt der Musik (von Liuzzi war sie zumindest geplant). Sie wurden gleichwohl als weitere Beispiele der Rezeption des antiken Romans hier mit aufgenommmen, weil sie einerseits wie die anderen in der Liste aufgeführten nicht aus dem Bereich der Bildenden Kunst, der (nichtdramatischen) Belletristik oder des Films stammen und andererseits als Musik- bzw. Theaterstücke immerhin eine je partielle Verwandtschaft mit ihnen aufweisen. ‒ Was Filmproduktionen betrifft, die den Stoff des antiken Romans zum Vorwurf haben, so sei für Recherchezwecke der Einfachheit halber auf die IMDb, die International Movie Database, und speziell im Hinblick auf die beiden herausragenden griechischen Δάφνις και Χλόη (Daphnis kai Chloi) von Orestis Laskos (1931; Musik: Agis Asteriadis) und Μικρές Αφροδίτες (Mikres Aphrodites, Young Aphrodites) von Nikos Koundouros (1963; Drehbuch: Vasilis Vasilikos, Musik: Giannis Markopoulos) auch auf die griechische Tainiothiki tis Ellados verwiesen.

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